Der berühmte Dichter Alexander Puschkin, ein großer Bewunderer von Damenfüßen, bemerkte einst scherzhaft, dass man in ganz Russland kaum drei Paar schlanke Frauenbeine finden würde. Während dies die poetische Übertreibung eines Romantikers war, stellen pragmatische Ärzte heute eine ganz andere Diagnose. Viele Frauen leiden, genau wie der Dichter selbst es vielleicht beobachtet hat, an einer ernsten Pathologie: Krampfadern (Varikose). Diese Erkrankung ist nicht nur ein ästhetisches Problem für schlanke Beine, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit. Dr. Maxim Abasov, Phlebologe, Herz-Kreislauf-Chirurg und Facharzt für Ultraschalldiagnostik, erklärt, warum fast 50 % der Bevölkerung betroffen sind und wie man Krampfadern effektiv behandelt. „Krampfadern werden oft als Zivilisationskrankheit bezeichnet“, sagt Dr. Abasov. „Es gibt viele Faktoren, aber eine der Hauptursachen ist die Vererbung – die genetische Veranlagung zu dieser Krankheit.“ Erste Warnsignale: Wie erkennt man Krampfadern? Nicht immer sind erweiterte Venen sofort mit bloßem Auge sichtbar. Es gibt subtile Symptome, die signalisieren, dass die Krankheit bereits vorhanden ist und fortschreiten kann: Schweregefühl in den Beinen: Tritt meist gegen Ende des Tages auf. Ödeme: Schwellungen an den Knöcheln oder Unterschenkeln. Besenreiser: Kleine „Sternchen“, die später in größere, erweiterte Venen übergehen können. Nächtliche Wadenkrämpfe. Juckreiz und Hautverfärbungen. Diagnose: Der Goldstandard Bei Verdacht auf eine Venenerkrankung sollten Sie einen Phlebologen oder Gefäßchirurgen aufsuchen. Der Arzt wird ein Ultraschall der Beinvenen anordnen. In 90 % der Fälle reicht diese Untersuchung aus, um die Pathologie zu erkennen und die weitere Behandlung zu planen. Experten-Tipp: Es ist wichtig, dass der Phlebologe die Ultraschalluntersuchung persönlich durchführt. Als operierender Chirurg muss er das Venensystem „live“ sehen, um die Operation präzise zu planen. Ein Papierbefund eines anderen Arztes reicht oft nicht aus. Warum ist Varikose gefährlich? Stadien und Risiken Viele Patienten halten Krampfadern für ein reines Schönheitsfehler, da die Venen selbst oft nicht schmerzen. Das ist das Tückische an der Krankheit. Wird das Problem ignoriert, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Mögliche Folgen einer unbehandelten Varikose Stadium / Zustand Symptome & Risiken Frühes Stadium Schweregefühl, Schwellungen, Besenreiser (kosmetisches Problem). Fortgeschrittenes Stadium Sichtbare Krampfadern, Hautveränderungen, dauerhafte Ödeme. Komplikationen Blutungen aus erweiterten Venen, trophische Geschwüre (offene Beine). Lebensgefahr Thrombose: Bildung von Blutgerinnseln. Wenn sich ein Thrombus löst, kann er eine Lungenembolie verursachen – eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Obwohl das Risiko mit dem Alter steigt, beobachtet Dr. Abasov, dass die Krankheit zunehmend auch jüngere Menschen betrifft. Moderne Behandlungsmethoden: Muss operiert werden? Wenn Venen bereits stark erweitert sind, ist die Operation oft der einzige Weg, sie dauerhaft zu entfernen. Dr. Abasov vergleicht dies mit einem Luftballon: Einmal aufgeblasen und wieder entleert, verliert er seine ursprüngliche Elastizität. So ist es auch bei den Venen – sie kehren nicht in ihren Urzustand zurück. Die moderne Medizin bietet jedoch schonende Verfahren: Klassische Chirurgie: Vollständige Entfernung der betroffenen Venen. Lasertherapie: Die Vene wird nicht entfernt, sondern von innen durch Hitze verschlossen („verödet“), sodass kein Blut mehr hindurchfließt. Sklerotherapie: Geeignet für Besenreiser und kleine Äste; hierbei werden die Venen durch Injektionen verklebt. Kann man ohne Operation heilen? Konservative Methoden wie Venentabletten (Phlebotonika), Salben und Kompressionsstrümpfe können die Krankheit nicht heilen, sondern nur das Fortschreiten verlangsamen und Symptome lindern. Angst vor der OP ist unbegründet: Die Komplikationsrate liegt bei unter 1 %. Häufige Fragen an den Phlebologen Überlastet das Entfernen einer Vene nicht die anderen? Nein. Wir haben oberflächliche und tiefe Venen. Krampfadern betreffen nur die oberflächlichen Venen, durch die lediglich 10 % des Blutes fließen. 90 % des Rücktransports übernimmt das tiefe Venensystem. Wenn die kranken Venen entfernt werden, übernimmt das tiefe System diese geringe Mehrbelastung problemlos. Krampfadern und Schwangerschaft Die Schwangerschaft ist ein starker Risikofaktor: Hormonelle Veränderungen entspannen die Venenwände. Das Blutvolumen steigt, um den Fötus zu versorgen, was die Venen belastet. Der Fötus kann im späteren Stadium auf die Hohlvenen im Bauchraum drücken und den Abfluss behindern. Empfehlung: Behandeln Sie Krampfadern idealerweise vor einer geplanten Schwangerschaft. Die Rolle von Hormonen und Verhütungsmitteln Östrogenhaltige Präparate und die „Pille“ können das Thromboserisiko erhöhen, insbesondere bei genetischer Veranlagung zur Thrombophilie. Vor der Einnahme sollte daher immer ein Venen-Check beim Phlebologen erfolgen. Kompression und High Heels Kompressionsstrümpfe sind das A und O der Vorbeugung. Hohe Absätze hingegen belasten die Wadenmuskelpumpe und fördern Venenleiden. Wer nicht auf „High Heels“ verzichten will, riskiert leider die Gesundheit seiner Beine. Beitragsnavigation Krampfadern: Ursachen, Symptome und effektive Behandlungsmethoden Krampfadern und VSD: Zusammenhänge verstehen und ganzheitlich behandeln