Die Radiofrequenzablation bei Krampfadern (RFA) hat sich zu einem Goldstandard in der modernen Phlebologie entwickelt. Varikose, besser bekannt als Krampfadern der unteren Extremitäten, ist eine weit verbreitete Volkskrankheit. Betrachtet man die aktuellen Statistiken, so lässt sich feststellen, dass verschiedene Formen von Venenerkrankungen bei fast 83,6 % der untersuchten Bevölkerung auftreten. Entgegen der landläufigen Meinung betrifft dies nicht nur ältere Menschen. Zu den Patienten von Gefäßchirurgen zählen Männer und Frauen gleichermaßen, darunter oft auch junge Menschen unter 30 Jahren.

Besonders gefährdet sind Berufsgruppen, die viel Zeit im Stehen verbringen, wie Dreher, Bäcker, Friseure oder Verkäufer. Doch auch Büroangestellte mit überwiegend sitzender Lebensweise sind häufig betroffen, da mangelnde Bewegung den Blutrückfluss stört. Neben den beruflichen Faktoren spielen die Vererbung und Übergewicht eine entscheidende Rolle als Risikofaktoren für die Entwicklung einer Varikose.

Über die Möglichkeiten einer radikalen und nachhaltigen Behandlung berichtet Dr. Vasily Vitalievich Vasilevich, stellvertretender Direktor für medizinische Arbeit und Forschung am medizinischen Zentrum „Euromed“, sowie Herz- und Gefäßchirurg der höchsten Kategorie.

Konservative vs. Operative Behandlung: Ein Überblick

Dr. Vasilevich, welche Methoden stehen uns heute im Kampf gegen Krampfadern zur Verfügung?

„Die Behandlung von Krampfadern kann konservativ oder operativ erfolgen, ist aber im Idealfall immer komplex zu betrachten. Weder Chirurgie noch Tabletten allein können das Problem langfristig lösen. Die medizinische Standard-Triade umfasst:

  • Kompressionsstrümpfe: Zur mechanischen Unterstützung der Venenklappen.
  • Phlebotonika: Medikamente, die den Tonus der Venenwände verbessern, das Blut verdünnen und Thrombosen vorbeugen.
  • Chirurgische Behandlung: Zur Entfernung oder Stilllegung der kranken Venenabschnitte.

Auch die operativen Eingriffe variieren. Bei rein kosmetischer Varikose (Besenreisern) wird oft eine Phlebosklerosierung durchgeführt – das Verkleben kleiner Gefäße. Dies lindert Beschwerden und verbessert die Optik, beseitigt aber nicht die tieferliegende Ursache. Bei ausgeprägten Krampfadern ist eine radikalere Behandlung notwendig.“

Radikale Methoden zur Lösung des Venenproblems

Zu den radikalen Operationen, die das Problem dauerhaft beheben sollen, gehören:

  1. Kombinierte Venektomie: Die klassische chirurgische Entfernung der unter der Haut liegenden Venen (Stripping).
  2. Endovenöse Laserkoagulation (EVLT): Die Behandlung mittels Laserenergie.
  3. Radiofrequenzablation (RFA): Der Verschluss der betroffenen Venen durch Radiofrequenzenergie.

„In meiner täglichen Praxis bevorzuge ich eindeutig die Radiofrequenzablation bei Krampfadern“, so Dr. Vasilevich.

Arzt bei der Untersuchung von Krampfadern für Radiofrequenzablation

Moderne Diagnostik ist der erste Schritt zur Heilung.

Was ist die Radiofrequenzablation (RFA) und warum ist sie so beliebt?

Die Radiofrequenzablation ist ein minimal-invasives Verfahren zur intravaskulären Behandlung von Krampfadern durch thermische Einwirkung. Sie ermöglicht es den Patienten, die Insuffizienz der Venenklappen und den pathologischen Rückfluss (Reflux) in den großen und kleinen Rosenvenen schnell und schmerzarm zu beseitigen.

Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und hat nur minimale Kontraindikationen. Er kann bei fast jeder Form der Varikose angewendet werden, selbst bei Vorliegen von trophischen Geschwüren oder nach einer durchgemachten Thrombophlebitis.

Die Vorteile der RFA im Vergleich

Merkmal Klassische OP (Stripping) Radiofrequenzablation (RFA)
Narkose Vollnarkose oder Spinalanästhesie Lokalanästhesie (Tumeszenz)
Schnitte/Narben Schnitt in der Leiste, Narbenbildung möglich Nur winzige Punktion, keine Narben
Erholungszeit Mehrere Wochen Sofortige Mobilisierung

Weitere Vorteile der RFA in unserer Klinik:

  • Hohes kosmetisches Ergebnis: Der Zugang erfolgt über eine winzige Punktion, es bleiben keine Narben zurück.
  • Universalität: Geeignet auch für Patienten mit Übergewicht, für die andere Operationen zu riskant wären.
  • Kurze Rehabilitationszeit: Der Patient kehrt noch am Tag des Eingriffs in sein gewohntes Leben zurück.
  • Individueller Ansatz: Wir verwenden spezielle Geräte, die automatisch die Intensität der Einwirkung auf die Venenwand basierend auf der Schwere der Erkrankung berechnen. Dies eliminiert den „menschlichen Faktor“ weitgehend und senkt das Komplikationsrisiko drastisch.

Wann ist eine Operation notwendig? (Indikationen)

Die Operation ist angezeigt bei Patienten mit bestätigter Diagnose „Varikose der unteren Extremitäten“. Typische Symptome sind:

  • Sichtbare, hervorstehende Venenstränge oder Knoten.
  • Schwellungen (Ödeme) der Beine, besonders abends.
  • Besenreiser und retikuläre Varizen (Gefäßnetze).
  • Schnelle Ermüdung und Schweregefühl in den Beinen.
  • Pulsierende Schmerzen oder ein brennendes Gefühl.
  • Nächtliche Wadenkrämpfe.
  • Spannungsgefühl in den Unterschenkeln.

Prävention: Wie Sie Ihre Venen schützen können

Auch wenn genetische Faktoren eine Rolle spielen, können Sie im Alltag viel für Ihre Venengesundheit tun, um eine Verschlechterung oder ein erneutes Auftreten nach einer Behandlung zu verhindern:

  1. Bewegung ist das A und O: Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder einfaches Spazierengehen aktivieren die Muskelpumpe in den Waden, die das Blut zum Herzen zurückbefördert.
  2. Vermeidung von Hitze: Lange Sonnenbäder, Saunabesuche oder heiße Wannenbäder erweitern die Gefäße und verlangsamen den Blutfluss.
  3. Ernährung: Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt Verstopfung vor, was den Druck im Bauchraum und damit auf die Beinvenen reduziert. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr.
  4. Beine hochlegen: Lagern Sie Ihre Beine so oft wie möglich hoch, idealerweise etwas über Herzhöhe, um den Rückfluss zu erleichtern.

Unser Expertenteam bei Euromed

Einer der Vorteile der Durchführung solcher Operationen im „Euromed“ ist die Teamarbeit. Ich führe die Radiofrequenzablation gemeinsam mit Dr. Evgeny Gennadievich Levdansky durch, einem Herz- und Gefäßchirurgen sowie Facharzt für Ultraschalldiagnostik (Phlebologe). Diese enge Zusammenarbeit minimiert Risiken und sorgt für präzise Ergebnisse.

Hinweis: Für Informationen zu aktuellen Aktionen, Preisen und Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte direkt an die Rezeption oder besuchen Sie unsere offizielle Webseite. Die in diesem Artikel genannten medizinischen Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen nicht das Arztgespräch.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Radiofrequenzablation schmerzhaft?

Nein, die RFA ist ein sehr schmerzarmes Verfahren. Sie wird unter lokaler Tumeszenzanästhesie durchgeführt. Patienten spüren in der Regel nur die kleinen Einstiche für die Betäubung, der eigentliche Verschluss der Vene durch Wärme ist schmerzfrei.

Wie lange dauert die Erholung nach der Krampfadern-OP?

Die Erholungszeit ist minimal. Patienten können und sollen sofort nach dem Eingriff aufstehen und laufen. Die Rückkehr zur Arbeit ist oft schon am nächsten Tag möglich. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen für einige Wochen wird jedoch empfohlen.

Können Krampfadern nach der RFA wiederkommen?

Die mit RFA behandelte Vene ist dauerhaft verschlossen und wird vom Körper abgebaut. Allerdings ist Varikose eine chronische Erkrankung. An anderen Stellen können sich neue Krampfadern bilden, weshalb Vorsorge und regelmäßige Kontrollen wichtig sind.

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