In unserem vorherigen Artikel haben wir besprochen, wie man sich auf den Eingriff vorbereitet und wie die Laserbehandlung von Krampfadern abläuft. Heute widmen wir uns einem ebenso wichtigen Thema: Was erwartet Sie in der postoperativen Phase? Die Nachsorge nach Venen-Laser-OP (Endovenöse Lasertherapie) ist unkompliziert, erfordert aber Ihre Aufmerksamkeit. Nachfolgend beschreibe ich den Ablauf so, wie er in meinem Merkblatt für Patienten steht. Bitte beachten Sie, dass jeder Phlebologe seine eigenen bewährten Methoden hat, weshalb diese Empfehlungen leicht variieren können. Direkt nach der Operation Unmittelbar nach Abschluss des Eingriffs werden die Einstichstellen mit Pflastern versorgt. In der Praxis kommen häufig zwei Arten von Pflasterverbänden zum Einsatz: Weißes Pflaster (z. B. Omnifix). Beiges Pflaster (z. B. Omnistrip). Wir kleben die Einstichstellen mit Omnistrip ab. Diese beigen Pflaster sind so dünn, dass man sie kaum spürt. Sie können damit duschen. Die Patienten entfernen diese Verbände später zu Hause selbstständig. Das Omnifix-Pflaster kann in der Regel am dritten Tag nach der Operation entfernt werden, die Omnistrip-Streifen am zehnten Tag. Ein großer Vorteil ist, dass Sie mit diesen Pflastern zu Hause duschen können. Über die beigen Streifen kommen sterile Kompressen und das weiße Omnifix-Pflaster. Dieses entfernen Sie am 3. Tag selbstständig. Zusätzlich zu den Verbänden ziehe ich dem Patienten sofort einen Kompressionsstrumpf der Klasse 2 (23–32 mmHg) an das operierte Bein. Die Empfehlung lautet meist: Erste 24 Stunden: Tragen des Strumpfes Tag und Nacht. Danach (2 bis 4 Wochen): Tragen des Strumpfes nur tagsüber. Direkt nach der OP wird ein Kompressionsstrumpf der Klasse 2 angezogen. Wichtig: Die Einstichstellen werden sofort abgeklebt und der Strumpf angezogen. Pflaster bleiben bis zu 10 Tage, der Strumpf wird 2-4 Wochen getragen. Die ersten Schritte nach der Behandlung Einer der größten Vorteile der modernen Phlebologie ist die schnelle Mobilisierung. Sofort nach der endovenösen Laserobliteration steht der Patient vom Operationstisch auf und kann in den Ruhebereich gehen. Dies ist möglich, da der Eingriff unter örtlicher Betäubung (Tumeszenzanästhesie) erfolgt – Schmerzmittel werden nur entlang der Krampfader injiziert. Es ist keine Vollnarkose oder Rückenmarksspritze nötig. Sofort nach dem Eingriff steht der Patient auf und geht selbstständig. Der Patient läuft sich eine kurze Zeit ein und verlässt die Klinik oft schon nach 10 Minuten. Ich empfehle standardmäßig einen Spaziergang von 45–60 Minuten direkt nach der OP. Mögliche postoperative Erscheinungen Es ist völlig normal, wenn der Heilungsprozess spürbar ist. In den ersten 2–4 Wochen können folgende Symptome auftreten: Erträgliche Schmerzen, Brennen, Schweregefühl oder Taubheit im Bein. Mäßige Schwellungen und das Auftreten von tastbaren Verhärtungen unter der Haut. Blutergüsse (Hämatome) und Hautverfärbungen. Leichte Temperaturerhöhung bis 37,5°C. Diese Symptome sind vorübergehend und klingen von selbst ab. Blutergüsse im Bereich der Einstiche sehen oft schlimmer aus, als sie sind. Sie verschwinden wie jeder andere blaue Fleck. Hinweis zur Schmerzwahrnehmung: Jeder Mensch ist anders. Manche empfinden die Zeit nach der OP als absolut schmerzfrei, andere reagieren empfindlicher. Meistens handelt es sich nur um ein Unbehagen, das den Alltag nicht einschränkt. Medikamente: Was ist notwendig? Routinemäßig verschreibe ich nach der Behandlung keine Medikamente, da dies sehr individuell ist. Bei stärkeren Schmerzen können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), also klassische Schmerzmittel, eingenommen werden. In bestimmten Risikosituationen verordne ich blutverdünnende Medikamente (Antikoagulantien), aber das wird im Einzelfall entschieden. Ihre regulären Medikamente, die Sie wegen anderer Erkrankungen nehmen, sollten Sie ohne Unterbrechung weiter einnehmen. Was sollten Sie vermeiden? Obwohl Sie schnell wieder mobil sind, sollten Sie dem Körper Zeit zur Regeneration geben. Für 7 bis 14 Tage wird empfohlen, Folgendes zu vermeiden: Starke körperliche Belastungen und schweres Heben. Übermäßige Hitze (Sauna, Dampfbad, Solarium, heiße Bäder). Langes, unbewegliches Sitzen oder Stehen (z. B. lange Auto- oder Flugreisen). Leichte Bewegung ist gut, aber extrem harte Workouts sollten Sie für 1-2 Wochen pausieren. Verzichten Sie 14 Tage lang aus hygienischen Gründen und wegen der Hitze auf Sauna und Schwimmbad. Wann müssen Sie sofort zum Arzt? (Warnsignale) Komplikationen wie eine tiefe Venenthrombose sind nach modernen Laser-OPs extrem selten. Dennoch ist Wachsamkeit wichtig. Suchen Sie sofort Ihren Arzt oder eine Notaufnahme auf, wenn im ersten Monat folgende Symptome auftreten: Plötzliche, starke Schmerzen im Bein. Ausgeprägte Schwellung des gesamten Beines. Unerklärliche Atemnot. Brustschmerzen, Husten oder Bluthusten. Fieber über 37,5°C. Kontrolluntersuchungen Ein strukturierter Nachsorgeplan sichert den Erfolg. Mein Schema umfasst in der Regel 4-5 Termine: Zeitpunkt Ziel des Termins 1 Tag nach OP Verbandwechsel, Ultraschallkontrolle, Entscheidung über Blutverdünner. Nach 14 Tagen Kontrolle, Entscheidung über das Absetzen des Kompressionsstrumpfes. Nach 2 Monaten Hämatome sollten weg sein. Ggf. Sklerotherapie verbliebener „Besenreiser“. Nach 6 / 12 Monaten Abschlusskontrolle: Hat sich die Vene vollständig aufgelöst? Jeder Kontrolltermin hat seinen festen Sinn und Zweck. Was passiert physiologisch mit der Vene? Nach der Laserbehandlung („Verschweißung“) wird die Vene vom Körper in Bindegewebe umgebaut und schließlich abgebaut. Dieser Prozess dauert zwischen 2 und 12 Monaten. Nach einem Jahr ist die Vene im Ultraschall meist nicht mehr auffindbar – als wäre sie nie da gewesen. Ultraschallvergleich: Links eine gesunde Vene (schwarzer Kreis). Rechts, wo die kranke Vene war, ist nach 12 Monaten nichts mehr zu sehen. Sie hat sich vollständig aufgelöst. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Nachsorge Wann kann ich wieder arbeiten gehen? Bei Bürotätigkeiten können viele Patienten bereits am nächsten Tag oder sogar am Tag der OP wieder arbeiten. Bei körperlich schwerer Arbeit empfiehlt sich eine Krankschreibung von einigen Tagen bis zu einer Woche, je nach Befinden. Darf ich nach der OP Auto fahren? Ja, da nur eine lokale Betäubung verwendet wird, ist die Fahrtüchtigkeit in der Regel nicht eingeschränkt. Wenn Sie sich jedoch unsicher fühlen oder das Bein sehr spannt, lassen Sie sich lieber fahren. Kommen die Krampfadern wieder? Die behandelte Vene ist dauerhaft verschlossen und baut sich ab. Da Krampfadern jedoch oft genetisch bedingt sind, können sich im Laufe der Jahre andere Venen erweitern. Regelmäßige Kontrollen helfen, dies frühzeitig zu erkennen. Fazit Die moderne Krampfaderchirurgie ist minimalinvasiv und erlaubt eine rasche Rückkehr in den Alltag. Wichtig ist, die Anweisungen zum Tragen der Kompressionsstrümpfe zu befolgen und die Kontrolltermine wahrzunehmen. Wenn Sie Symptome von Krampfadern bemerken, zögern Sie nicht, einen Spezialisten aufzusuchen. Rechtzeitiges Handeln verhindert Komplikationen. Autor: Dr. med. Andrei Nikolaevich Shvedov, Phlebologe und Kandidat der medizinischen Wissenschaften. Beitragsnavigation Behandlung von Krampfadern: Sklerotherapie und Lasertherapie im Vergleich Krampfadern erkennen und vorbeugen: Symptome, Risiken und effektive Hilfe