Krampfadern (Varikose) sind weit mehr als nur ein kosmetisches Problem. Sie betreffen weltweit Millionen von Menschen – etwa 40 % der Frauen und 20 % der Männer leiden unter dieser Venenerkrankung. Doch wie entstehen sie genau, und vor allem: Wie kann man effektiv Krampfadern behandeln? Wir haben mit dem Phlebologen und Chirurgen Anton Solomakhin gesprochen, um Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Venengesundheit zu erhalten.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Ursachen, moderne schmerzfreie Therapiemethoden und warum das Ignorieren der Symptome gefährlich werden kann.

Krampfadern behandeln und vorbeugen

Was sind Krampfadern und warum entstehen sie?

Varikose ist eine der häufigsten Krankheiten weltweit. Der Auslöser ist oft eine Störung der Venenklappen, die zu einem sogenannten Reflux führt – einem abnormen Rückfluss des Blutes in den unteren Extremitäten. Wenn das Blut in den Venen stagniert, entsteht ein Überdruck, der die Venenwände überdehnt. Die Folge: Die Klappen schließen nicht mehr richtig, und das Blut sackt ab, statt zum Herzen gepumpt zu werden.

Laut Expertenmeinung sind die Hauptursachen vielfältig:

  • Genetische Veranlagung: In etwa 80 % der Fälle ist die Schwäche der Venenwände erblich bedingt.
  • Lebensstil: Berufe, die langes Stehen oder Sitzen erfordern, erhöhen das Risiko drastisch.
  • Übergewicht: Jedes zusätzliche Kilo belastet das Venensystem.
  • Hormonelle Faktoren: Die Einnahme von Hormonpräparaten (z. B. Kontrazeptiva) kann die Venenwände schwächen.

Symptome: Wann sollten Sie zum Phlebologen gehen?

Viele Patienten ignorieren die ersten Anzeichen. Doch je früher Sie reagieren, desto einfacher lassen sich Krampfadern behandeln. Achten Sie auf folgende Warnsignale:

  • Sichtbare, durchscheinende Venen oder „Besenreiser“.
  • Schweregefühl und Müdigkeit in den Beinen, besonders am Abend.
  • Schwellungen (Ödeme) im Knöchelbereich.
  • Hervortretende, knotige Adern unter der Haut.
Untersuchung der Beine auf Krampfadern

Moderne Behandlungsmethoden vs. Traditionelle Chirurgie

Die Phlebologie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. „Früher waren große Schnitte und Krankenhausaufenthalte nötig. Heute erledigen wir das ambulant in weniger als einer Stunde“, erklärt Anton Solomakhin.

Hier ein Vergleich der Behandlungsmöglichkeiten:

Merkmal Moderne Methoden (Laser/Radiofrequenz) Klassische Chirurgie (Stripping)
Eingriffsart Minimalinvasiv (Punktion) Operativ (Schnitte)
Narkose Lokalanästhesie Oft Voll- oder Spinalnarkose
Erholungszeit Sofort mobil (30-40 Min.) Mehrere Tage bis Wochen
Schmerzen Praktisch schmerzfrei Mäßig bis stark

Laser (EVLT) und Radiofrequenzablation (RFA)

Diese Methoden gelten heute als Goldstandard. Dabei wird eine dünne Sonde in die betroffene Vene eingeführt. Durch Hitze (Laser oder Radiowellen) wird die Vene von innen verschlossen und vom Körper mit der Zeit abgebaut. Der Patient kann die Klinik meist nach 30 Minuten verlassen.

Was passiert, wenn man Krampfadern nicht behandelt?

Ignorieren ist keine Strategie. Unbehandelte Krampfadern führen zu einer chronischen Veneninsuffizienz. Das Gewebe leidet unter Sauerstoffmangel, was zu Hautveränderungen führt. Die schlimmsten Folgen sind:

  1. Thrombose: Bildung von Blutgerinnseln, die lebensgefährlich sein können (Lungenembolie).
  2. Trophische Geschwüre (Offenes Bein): Schmerzhafte, schwer heilende Wunden aufgrund mangelnder Durchblutung.
  3. Thrombophlebitis: Entzündung der oberflächlichen Venen.

5 Tipps für gesunde Venen im Alltag

Auch wenn die Genetik eine große Rolle spielt, können Sie Ihren Venen etwas Gutes tun, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder Beschwerden zu lindern:

  • Bewegung ist das A und O: Laufen, Schwimmen und Radfahren aktivieren die Muskelpumpe in den Waden, die das Blut zum Herzen befördert.
  • Wechselduschen: Der Wechsel von warmem und kaltem Wasser trainiert die Elastizität der Gefäße.
  • Gewichtskontrolle: Reduzieren Sie Übergewicht, um den Druck auf die Beinvenen zu verringern.
  • Beine hochlegen: Nutzen Sie jede Gelegenheit, die Beine hochzulegen, um den Rückfluss zu erleichtern.
  • Flache Schuhe: Vermeiden Sie ständiges Tragen von hohen Absätzen, da diese die Wadenmuskulatur blockieren.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich mein Leben lang Kompressionsstrümpfe tragen?

Nicht unbedingt. Phlebologe Anton Solomakhin rät: „Besser behandeln lassen und die Strümpfe vergessen.“ Wenn Sie sich jedoch gegen eine OP entscheiden, sind angepasste Kompressionsstrümpfe notwendig, um Symptome wie Schwellungen und Müdigkeit zu lindern. Nach einer modernen Laserbehandlung ist das Tragen von Strümpfen oft nur für kurze Zeit (wenige Wochen) erforderlich.

Ist die Behandlung von Krampfadern schmerzhaft?

Nein, moderne Verfahren wie die Endovenöse Lasertherapie (EVLT) sind sehr schonend. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Patienten berichten, dass sie kaum etwas spüren und die Klinik bereits nach 30 bis 40 Minuten wieder verlassen können. Auch ältere Patienten (bis über 90 Jahre) vertragen diese Eingriffe sehr gut.

Kann man Krampfadern zu 100 % für immer heilen?

Da es sich oft um eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche handelt, kann man die Ursache (die Genetik) nicht „löschen“. Man kann jedoch die erkrankten Venen entfernen und den Blutfluss normalisieren. Es besteht ein geringes Risiko, dass sich an anderen Stellen neue Krampfadern bilden, aber mit regelmäßiger Kontrolle lässt sich dies gut managen.

Sind Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft Pflicht?

Ja, während der Schwangerschaft wird das Tragen von Kompression dringend empfohlen. Der erhöhte intraabdominale Druck und hormonelle Veränderungen erschweren den Blutabfluss aus den Beinen. Strümpfe helfen, Thrombosen vorzubeugen und Beschwerden zu lindern.

Fazit: Warten Sie nicht, bis Schmerzen oder Hautveränderungen auftreten. Suchen Sie bei den ersten Anzeichen einen Spezialisten auf. Moderne Medizin macht es möglich, Krampfadern schnell, effektiv und schmerzarm zu behandeln.

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