Leider musste ich in meiner Praxis oft beobachten, wie Krampfadern an den unteren Extremitäten entstehen und fortschreiten – sowohl während der Schwangerschaft als auch unmittelbar danach. Viele Frauen wandten sich an Ärzte und befolgten pedantisch alle Anweisungen, doch ihre Bemühungen, Krampfadern vorbeugen zu wollen, waren oft vergeblich. Man könnte meinen, es sei „Schicksal“. Meine Meinung änderte sich jedoch radikal, als ich auf ein altes Buch über den „Domostroi“ (traditionelle Haushaltsführung) stieß, das noch vor der Revolution von 1917 geschrieben wurde. Aber lassen Sie uns der Reihe nach vorgehen. Zwei Arten von Krampfadern: Eine wichtige Unterscheidung Als ich mich mit der privaten ärztlichen Praxis und der Prävention von Venenleiden beschäftigte (damals war Kompressionskleidung noch Mangelware), konnte ich eine große Anzahl von Patientinnen beobachten. Es fiel mir auf, dass man alle Frauen mit Krampfadern in zwei klare Gruppen einteilen konnte. Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Verständnis der Ursachen. Historische Methoden zur Entlastung der Venen Vergleich der beiden Gruppen Merkmal Gruppe 1: Genetische Veranlagung Gruppe 2: Schwangerschaftsbedingt Entwicklung Von unten nach oben Von oben nach unten Zeitpunkt Meist vor der Schwangerschaft oder Jahre danach Während oder direkt nach der Geburt Betroffene Frauen und Männer Ausschließlich Frauen Ursache Angeborene Venenschwäche Überlastung durch die schwangere Gebärmutter Daraus wurde die Annahme abgeleitet, dass der echte Schwangerschafts-Varikose (der sich von oben nach unten ausbreitet) nichts mit genetischer Veranlagung zu tun hat. Die Ursache ist eine mechanische Überlastung der Beinvenen durch den Druck der Gebärmutter. Wie man früher Krampfadern vorbeugte: Die „Vierfüßler“-Methode Beim Lesen der Ratschläge für Schwangere in den alten Büchern war ich zunächst entsetzt. Schwangere wurden mit Arbeit belastet, die im Vierfüßlerstand ausgeführt werden musste – zum Beispiel Bodenwischen oder Wäschewaschen in gebückter Haltung. Diese Arbeit nahm einen beträchtlichen Teil des Tages ein. Nach einigem Nachdenken erkannte ich jedoch den medizinischen Sinn dahinter („die Rosine im Kuchen“). Im Vierfüßlerstand wird der Druck der schwangeren Gebärmutter auf die Beckenvenen (Venae iliacae) fast vollständig beseitigt. Gleichzeitig dient diese Position der Vorbeugung einer anderen Komplikation: der Wehenschwäche. Die Vorteile dieser historischen Methode: Entlastung der Venen: Effektive Prophylaxe gegen schwangerschaftsbedingte Krampfadern. Stärkung der Muskulatur: Der trainierende Druck der Gebärmutter auf die Bauchmuskeln beugt Wehenschwäche vor. Hämodynamik: Verbesserter Blutrückfluss aus den Beinen zum Herzen. Das Problem mit den Knien und die moderne Lösung Die ersten Frauen, denen ich diese Methode empfahl, gaben mir deutliches negatives Feedback. Der Grund waren Knieprobleme. Das lange Verweilen auf allen Vieren verursachte Schmerzen und Hautirritationen. Ein Zufall half mir, dieses Problem zu lösen. Als ich als Dozent an einer medizinischen Schule arbeitete, sah ich eines Morgens eine etwa 60-jährige Malerin, die sich auf allen Vieren über den Betonboden bewegte. Ich rief entsetzt: „Was machen Sie da? Von Ihren Knien wird nichts übrig bleiben!“ Sie lächelte nur und zeigte mir ihre universellen Bau-Knieschoner. Die Lösung für schmerzfreies Üben: Bau-Knieschoner Die praktische Empfehlung Um Krampfadern vorbeugen zu können, ist die physiologischste Methode während der Schwangerschaft der Vierfüßlerstand – jedoch unbedingt mit weichen, universellen Bau-Knieschonern. Die empfohlene Mindestdauer beträgt 45 Minuten pro Tag. Dies kann mit Übungen oder Hausarbeit kombiniert werden. Anmerkung des Autors: Ich stehe Kompressionsstrümpfen kritisch gegenüber, da sie meiner Beobachtung nach den Druck auf die Venen erhöhen können, anstatt sie zu entlasten, wenn die Ursache im Beckenbereich liegt. Ergänzende medizinische Perspektiven zur Venengesundheit Da das Thema Venengesundheit komplex ist, lohnt es sich, neben der oben genannten mechanischen Entlastung auch weitere Faktoren zu berücksichtigen, die in der modernen Phlebologie (Venenheilkunde) als wichtig erachtet werden. Um effektiv Krampfadern vorbeugen zu können, sollte ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden. Warum die Schwangerschaft so kritisch für die Venen ist Neben dem rein mechanischen Druck der Gebärmutter, den der Autor oben beschreibt, spielen hormonelle Veränderungen eine massive Rolle. Während der Schwangerschaft lockert das Hormon Progesteron das Gewebe und die Muskelwände der Blutgefäße. Dies ist notwendig für die Geburt, führt aber dazu, dass die Venenwände weicher werden und sich leichter dehnen. Gleichzeitig nimmt das Blutvolumen im Körper der Mutter um bis zu 20 % zu, was eine zusätzliche Last für das Venensystem darstellt. Zusätzliche Tipps zur Prävention Wenn Sie die „Vierfüßler-Methode“ anwenden, können Sie diese durch folgende Maßnahmen unterstützen: Kaltes Abduschen: Kaltes Wasser verengt die Gefäße und fördert die Durchblutung. Wechselduschen (Kneipp-Anwendungen) an den Beinen sind sehr effektiv. Fußgymnastik: Einfache Übungen wie das Wippen auf den Zehenspitzen oder das Kreisen der Füße aktivieren die „Wadenmuskelpumpe“, die das Blut zurück zum Herzen befördert. Linksschlaf: Das Schlafen auf der linken Seite entlastet die untere Hohlvene (Vena cava), die rechts neben der Wirbelsäule verläuft. Dies ist besonders im letzten Trimester wichtig. Ernährung: Eine ballaststoffreiche Ernährung verhindert Verstopfung, welche den Druck im Bauchraum und damit auf die Beinvenen zusätzlich erhöhen würde. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Warum hilft der Vierfüßlerstand gegen Krampfadern? Im Vierfüßlerstand wird der mechanische Druck der schweren Gebärmutter auf die Beckenvenen (Venae iliacae) aufgehoben. Dies ermöglicht einen ungehinderten Blutrückfluss aus den Beinen und verhindert Stauungen, die zu Krampfadern führen. Sind Knieschoner wirklich notwendig? Ja, absolut. Um die empfohlene Zeit von etwa 45 Minuten pro Tag im Vierfüßlerstand zu verbringen, ohne die Kniegelenke zu schädigen oder Schmerzen zu verursachen, sind weiche Bau-Knieschoner unerlässlich. Kann man genetisch bedingte Krampfadern heilen? Genetisch bedingte Venenschwäche ist schwer vollständig zu heilen, aber ihr Fortschreiten kann verlangsamt werden. Der im Artikel beschriebene Ansatz konzentriert sich primär auf schwangerschaftsbedingte Varikose, die durch Druck entsteht. ACHTUNG! Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Es bestehen Kontraindikationen. Bitte konsultieren Sie vor Beginn jeder Übung oder Therapie einen Facharzt. Beitragsnavigation Krampfadern behandeln: Experten-Interview zu modernen Methoden und Risiken Übungen gegen Krampfadern: 4 Methoden gegen Ödeme und schwere Beine