Wenn Patienten den Wunsch äußern, ihre Besenreiser dauerhaft entfernen zu lassen, gehen sie oft von einem rein kosmetischen Problem aus. Man sieht die kleinen, bläulich oder rötlich schimmernden Äderchen auf der Hautoberfläche und denkt: Ein kurzer Lasereingriff oder eine kleine Verödung, und das Bein ist wieder makellos. Doch die Realität in der Phlebologie sieht oft anders aus. Oftmals ist die Ursache für das Auftreten dieser störenden Gefäßzeichnungen eine versteckte Krampfader (Varize), die tief unter der Hautoberfläche liegt und mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Wird diese tiefer liegende Ursache nicht behandelt, ist der Rückschlag vorprogrammiert. Ein typischer Fall aus der Praxis: Wenn die oberflächliche Behandlung scheitert In unserem Zentrum für Phlebologie stellte sich kürzlich eine Patientin vor, die bereits eine sehr enttäuschende und frustrierende Erfahrung in einer anderen Einrichtung gemacht hatte. Sie hatte dort versucht, ihre Besenreiser behandeln zu lassen. Das Ergebnis war jedoch alles andere als zufriedenstellend: Kurze Zeit nach der vermeintlich erfolgreichen Behandlung war ihr gesamtes Bein regelrecht mit neuen Besenreisern übersät. Der optische Zustand hatte sich also nicht verbessert, sondern drastisch verschlechtert. Solche Fälle erleben wir leider häufig, wenn der medizinische Hintergrund der Venenerkrankung nicht vollständig beleuchtet wird. Dem Patienten erscheint es logisch: Man muss nur die sichtbaren Sternchen und Äderchen entfernen, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Wenn man jedoch die zugrunde liegende Krampfader – sozusagen die „Nährvene“, die den hohen Blutdruck in die feinen Hautgefäße weiterleitet – nicht beseitigt, werden die Besenreiser mit neuer Kraft und oft in noch größerer Anzahl zurückkehren. Der Druck im Venensystem sucht sich unweigerlich einen neuen Weg an die Hautoberfläche. Die entscheidende Rolle der Ultraschall-Diagnostik Um zu verstehen, warum die Vorbehandlung bei unserer Patientin gescheitert war, führten wir eine detaillierte Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) durch. Diese schmerzfreie und hochpräzise Untersuchungsmethode ist der Goldstandard in der modernen Phlebologie. Und tatsächlich: Die Vermutung unseres erfahrenen Phlebologen bestätigte sich sofort. Tief im Bein verbarg sich eine kranke, unzureichend funktionierende Vene, die als „Speisevene“ für die oberflächlichen Besenreiser fungierte. Die Venenklappen dieser tieferen Vene schlossen nicht mehr richtig, was zu einem Blutrückfluss und einem erhöhten Druck in den feinen Kapillaren der Haut führte. Unsere Lösung: Die hochmoderne Zweifach-Lasertherapie Da das Problem auf zwei unterschiedlichen Ebenen des Venensystems lag (tief und oberflächlich), reichte eine einzelne Behandlungsmethode nicht aus. Das Problem der Patientin wurde schließlich durch eine gezielte, maßgeschneiderte Kombination von zwei hochmodernen Laserverfahren vollständig und nachhaltig gelöst: Schritt 1: Behandlung der tieferen Ursache (EVLA) – Im ersten Schritt kam die Endovenöse Laserkoagulation (EVLA) zum Einsatz. Über eine winzige Punktion wird eine feine Laserfaser direkt in die kranke, größere Vene eingeführt. Die abgegebene Laserenergie führt dazu, dass die Vene sich von innen verschließt und vom Körper in der Folgezeit natürlich abgebaut wird. Der krankhafte Blutrückfluss wird so sofort gestoppt. Schritt 2: Kosmetische Beseitigung der Besenreiser – Nachdem der Druck aus dem System genommen war, konnte die eigentliche kosmetische Arbeit beginnen. Mit einer speziellen transdermalen Lasertechnologie wurden die feinen Besenreiser und Kapillaren an Unterschenkel und Oberschenkel präzise von außen durch die Haut hindurch verödet, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Vergleich der angewendeten Lasermethoden Um die Funktionsweise und den Zweck der beiden eingesetzten Lasertechnologien besser zu verstehen, haben wir die wichtigsten Merkmale in der folgenden Übersicht zusammengefasst: Merkmal EVLA (Endovenöse Laserkoagulation) Transdermaler Laser Zielstruktur Tieferliegende, große Krampfadern (Stammvenen) Oberflächliche Besenreiser und winzige Kapillaren Anwendung Minimalinvasiv (von innen über Katheter) Nicht-invasiv (von außen durch die Haut) Medizinischer Zweck Ausschaltung der Krankheitsursache (Druckreduktion) Kosmetische und ästhetische Hautkorrektur Ergebnis Verhindert das Nachwachsen neuer Besenreiser Sichtbar klare, makellose Hautoberfläche Warum Sie auf Fachexpertise vertrauen sollten Dieser Fall illustriert eindrucksvoll, warum die Behandlung von Venenerkrankungen immer in die Hände von erfahrenen Spezialisten gehört. Ein Phlebologe betrachtet nicht nur das offensichtliche Symptom, sondern das gesamte Kreislaufsystem der Beine. Nur durch eine exakte Diagnostik und die Wahl der richtigen, oft kombinierten Therapiemethoden lassen sich Rückfälle vermeiden und langfristig schöne, gesunde Beine erzielen. Verlassen Sie sich bei der Venengesundheit stets auf eine umfassende Ultraschallkontrolle, bevor Sie rein kosmetische Eingriffe vornehmen lassen. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Behandlung von Besenreisern „` Kann man Besenreiser dauerhaft entfernen? Ja, man kann Besenreiser dauerhaft entfernen, sofern die zugrunde liegende Ursache (z. B. eine tiefere Krampfader) vorab richtig diagnostiziert und behandelt wird. Nur wenn der krankhafte Blutdruck im Venensystem normalisiert ist, bleiben die oberflächlichen Ergebnisse langfristig erhalten. Ist die kombinierte Laserbehandlung schmerzhaft? Beide Laserverfahren gelten als äußerst schonend. Die EVLA wird in der Regel unter örtlicher Betäubung (Tumeszenzanästhesie) durchgeführt und ist nahezu schmerzfrei. Beim transdermalen Laser spürt der Patient oft nur ein leichtes Kribbeln oder ein kurzes Wärmegefühl, das sehr gut toleriert wird. Wie lange dauert die Erholung nach dem Eingriff? Da die angewandten Methoden minimalinvasiv beziehungsweise nicht-invasiv sind, gibt es so gut wie keine Ausfallzeiten. Sie können die Klinik nach der Behandlung direkt verlassen und sofort in Ihren normalen Alltag zurückkehren. Lediglich auf intensiven Sport, Saunabesuche oder starke Sonnenbäder sollte für einige Tage verzichtet werden. „` Beitragsnavigation Krampfadern im Anfangsstadium: Warum Sie kleine Venen sofort behandeln sollten Krampfadern durch hohe Schuhe: Mythos, Ursachen und effektive Prävention