Der Sommer bringt Sonnenschein, Urlaub und angenehme Temperaturen mit sich. Doch für viele Menschen bedeutet diese Jahreszeit auch eine Zunahme von körperlichen Beschwerden, insbesondere im Bereich der Beine. Das Thema Sommer und Krampfadern ist für Millionen von Betroffenen von enormer Bedeutung. Wenn Sie unter Venenproblemen leiden, haben Sie wahrscheinlich schon bemerkt, dass heiße Tage Ihre Symptome deutlich verschlimmern können. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse und Ratschläge von Artur Sadikov, dem Chefarzt der renommierten Klinik „Proveny“, zusammen, der dieses Thema kürzlich als Experte im Studio ausführlich beleuchtet hat. Warum vertragen sich Hitze und Venenleiden so schlecht? Der menschliche Körper reguliert seine Temperatur bei Hitze durch die Erweiterung der Blutgefäße. Dieser natürliche und lebenswichtige Kühlmechanismus sorgt dafür, dass mehr Blut an die Hautoberfläche gelangt, wo die überschüssige Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. Für völlig gesunde Venen stellt dies in der Regel kein Problem dar. Sind die Venenklappen jedoch bereits geschwächt oder defekt – wie es bei einer Varikosis (Krampfadern) der Fall ist – führt die hitzebedingte Gefäßerweiterung dazu, dass das Blut in den Beinen regelrecht versackt. Der Rücktransport des Blutes zum Herzen gegen die Schwerkraft wird massiv erschwert. Das Resultat ist ein erhöhter Druck in den Venen, der dazu führt, dass Flüssigkeit in das umliegende Gewebe austritt. Typische Symptome von Venenproblemen im Sommer Wenn die Temperaturen steigen, machen sich Venenleiden oft durch charakteristische Beschwerden bemerkbar. Zu den häufigsten Symptomen gehören: Ein ausgeprägtes Schweregefühl und anhaltende Müdigkeit in den Beinen, besonders in den Abendstunden. Sichtbare Schwellungen (Ödeme), die sich vor allem rund um die Knöchel und Waden manifestieren. Ein unangenehmes Spannungsgefühl und dumpfe Schmerzen in den betroffenen Bereichen. Verstärkter Juckreiz und Hautirritationen direkt über den erweiterten, oberflächlichen Venen. Nächtliche Wadenkrämpfe, die den Schlaf empfindlich stören können. Risikofaktoren und präventive Maßnahmen Um gut durch den Sommer zu kommen, ist es wichtig, die individuellen Risikofaktoren zu kennen und gezielt gegenzusteuern. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über häufige Auslöser und entsprechende Gegenmaßnahmen: Risikofaktor Auswirkung auf die Venen Empfohlene Gegenmaßnahme Extreme Hitze und direkte Sonne Weitet die Blutgefäße extrem und verlangsamt den Blutfluss zum Herzen. Schatten aufsuchen, regelmäßige kalte Kniegüsse (Kneipp-Anwendungen). Langes Stehen oder Sitzen Schaltet die Muskelpumpe der Waden aus, Blut staut sich in den Unterschenkeln. Regelmäßige Bewegungspausen, Fußgymnastik, Beine wann immer möglich hochlegen. Flüssigkeitsmangel (Dehydration) Das Blut wird messbar dicker, was das Risiko für gefährliche Thrombosen erhöht. Mindestens 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag trinken. Einschnürende Kleidung und hohe Schuhe Behindert den venösen Rückfluss und blockiert die Blutzirkulation im Becken- und Beinbereich. Lockere, atmungsaktive Kleidung sowie flache, bequeme Schuhe tragen. Ernährung und Bewegung für gesunde Venen Neben der Vermeidung von Risikofaktoren spielt auch die Lebensweise eine entscheidende Rolle. Eine venenfreundliche Ernährung sollte reich an Vitamin C, Rutin und Antioxidantien sein. Diese Nährstoffe, die reichlich in Beeren, Zitrusfrüchten und Buchweizen vorkommen, helfen dabei, die Gefäßwände von innen zu stärken und elastisch zu halten. Zudem sollte der Salzkonsum moderat gehalten werden, da zu viel Salz Wasser im Körper bindet und somit Schwellungen begünstigt. In puncto Bewegung ist Schwimmen der absolute Geheimtipp für den Sommer. Der sanfte Wasserdruck wirkt wie ein natürlicher Kompressionsstrumpf, während das kühle Wasser die Blutgefäße verengt. Auch Radfahren und abendliche Spaziergänge sind hervorragend geeignet, um die Wadenmuskelpumpe zu aktivieren und den Blutfluss in Schwung zu bringen. Moderne Behandlungsmethoden in der Klinik „Proveny“ Sollten konservative Maßnahmen nicht ausreichen, bietet die moderne Phlebologie hochwirksame Lösungen. Dr. Artur Sadikov und sein Team in der Klinik „Proveny“ setzen auf minimalinvasive Verfahren, die besonders schonend sind. Dazu gehören beispielsweise die endovenöse Lasertherapie (EVLT), Radiowellenverfahren oder die Mikro-Schaumsklerosierung. Diese modernen Techniken erfordern oft keine großen Schnitte mehr, können häufig ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt werden und ermöglichen eine sehr schnelle Rückkehr in den gewohnten Alltag. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Darf ich mit Krampfadern im Sommer überhaupt in die Sonne? Es ist ratsam, direkte und stundenlange Sonneneinstrahlung auf die Beine zu vermeiden, da die Hitze die Venen zusätzlich erweitert. Suchen Sie bevorzugt den Schatten auf, decken Sie die Beine mit luftigen Stoffen ab und kühlen Sie diese zwischendurch immer wieder mit kaltem Wasser ab. Muss ich Kompressionsstrümpfe auch bei 30 Grad tragen? Ja, gerade bei Hitze leisten Kompressionsstrümpfe die wichtigste Arbeit, da sie der hitzebedingten Gefäßerweiterung mechanisch entgegenwirken. Moderne medizinische Strümpfe bestehen aus atmungsaktiven Hightech-Materialien. Ein hilfreicher Tipp: Feuchten Sie die Strümpfe leicht an – die entstehende Verdunstungskälte sorgt für einen angenehmen Kühleffekt. Wann sollte ich wegen meiner Venen dringend einen Arzt aufsuchen? Wenn Sie plötzliche, sehr starke Schmerzen verspüren, eine plötzliche einseitige Beinschwellung auftritt, Rötungen sichtbar werden oder Sie ein starkes lokales Hitzegefühl im Bein bemerken, sollten Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen, da dies Anzeichen für eine akute Thrombose oder Venenentzündung sein können. Achten Sie auf sich und Ihre Beine, damit Sie den Sommer in vollen Zügen und völlig unbeschwert genießen können. Eine rechtzeitige Beratung durch einen Fachmann wie Dr. Artur Sadikov kann helfen, ernsthafte Komplikationen zu vermeiden und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Beitragsnavigation Krampfadern durch hohe Schuhe: Mythos, Ursachen und effektive Prävention Krampfadern nach der Schwangerschaft: Ursachen, Vorbeugung und moderne Behandlungsmethoden