Wenn Sie von Venenproblemen betroffen sind, fragen Sie sich vielleicht, ob ein Training mit Krampfadern überhaupt möglich ist, um Kraft aufzubauen und die Figur zu verbessern. Die gute Nachricht: Ja, es ist möglich, erfordert jedoch einige Anpassungen und ein gutes Verständnis für den eigenen Körper.

Ein wenig über Krampfadern

Krampfadern (Varikose) sind sackartige Erweiterungen der Venen, die mit einer Zunahme der Länge, der Bildung von Windungen und knotenartigen Bündeln einhergehen. Statistiken zufolge leiden Frauen dreimal häufiger daran als Männer. Eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Krampfadern spielen vor allem eine angeborene Schwäche der Venenwand, Gefäßanomalien, Veränderungen der Elastizität der Muskelschicht sowie eine Venenklappeninsuffizienz. Die Geschwindigkeit des Blutflusses in den erweiterten Venen verlangsamt sich normalerweise, was nicht selten zur Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) führt.

Die Entwicklung von Krampfadern wird durch eine Behinderung des Blutabflusses infolge von Venenthrombosen, Verstopfung sowie durch den Druck auf die Beckenvenen durch Tumore oder, bei Frauen, durch die schwangere Gebärmutter begünstigt. Manchmal entwickeln sich Krampfadern auch bei Menschen, die schwere körperliche Arbeit verrichten, oder bei Personen, deren berufliche Tätigkeit mit langem Stehen verbunden ist (z. B. Chirurgen, Friseure, Kellnerinnen usw.).

An den unteren Extremitäten sind meist die oberflächlichen Hautvenen betroffen. Die Krankheit entwickelt sich allmählich. Patienten klagen oft über ein Schweregefühl im Bein, schnelle Ermüdbarkeit und Schwellungen – anfangs vorübergehend, in späteren Stadien dauerhaft. In einigen Fällen kann sich an dem betroffenen Bein auch ein offenes Bein (Ulcus cruris) entwickeln. Die Behandlung hängt vom Schweregrad ab: Im Anfangsstadium reicht oft das Bandagieren der Beine mit elastischen Binden oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Bei stark ausgeprägten Krampfadern ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Training bei Krampfadern: Grundprinzipien

Trotz dieser Herausforderungen möchten viele von uns trainieren, ihre Gesundheit erhalten, Muskeln aufbauen und eine gute Figur bewahren oder verbessern. Ist das möglich? Ja, aber mit einigen Einschränkungen. Unser Hauptfeind in diesem Fall ist der Druck, der bei verstärktem Blutfluss in den Extremitäten entsteht. Dieser Druck erschwert die Arbeit der Venenklappen, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren sollen. Das Blut staut sich, und schwache Venen halten dem nicht stand.

Im Stehen ist der Druck maximal. Sobald Sie sich setzen, nimmt er ab; im Liegen verringert er sich weiter. Wenn Sie die Beine über Herzhöhe anheben, wird der Druck auf ein Minimum reduziert. Genau dieses Prinzip müssen wir für unser Training nutzen!

  • Vermeiden Sie: Übungen im Stehen mit schweren Gewichten.
  • Bevorzugen Sie: Übungen im Sitzen oder Liegen.
  • Pausen-Tipp: Legen Sie sich zwischen den Sätzen hin und lagern Sie die Beine hoch, um den venösen Rückfluss zu erleichtern.

Training der Unterkörpermuskulatur

Quadrizeps und Gesäßmuskeln

Leider sind fast alle klassischen Grundübungen mit Gewichten nun kontraindiziert. Dazu gehören Kreuzheben, Kniebeugen, Hackenschmidt-Kniebeugen, Frontkniebeugen und Ausfallschritte. Diese Bewegungen erhöhen den intraabdominellen Druck sowie den Druck in den Beinvenen erheblich.

Es bleibt jedoch eine hervorragende Übung, mit der Sie relativ sicher die Masse und Kraft Ihrer Beine und Gesäßmuskeln erhalten und sogar steigern können: Die Beinpresse. Da die Beine hierbei höher als der Kopf positioniert sind, kommt es zu keiner signifikanten Erhöhung des Drucks auf die Gefäßwände. Bleiben Sie nach dem Satz einfach noch ein paar Sekunden in der Maschine liegen, lassen Sie die Füße auf der Plattform und ermöglichen Sie dem venösen Blut, ruhig zum Herzen zurückzufließen. Danach können Sie aufstehen und das Training fortsetzen.

Als Ergänzung eignet sich das Beinstrecken in der Maschine. Da Sie sitzen, ist der Druck in den Beinvenen geringer, und die Gewichte sind bei dieser Übung ohnehin nicht extrem hoch. Es verbessert zudem die Durchblutung in den Beinen.

Beinbeuger (Ischiocrurale Muskulatur)

Führen Sie Beincurls idealerweise liegend in der Maschine aus. Die sitzende Variante ist weniger geeignet. Auch hier gilt: Stehen Sie zwischen den Sätzen nicht sofort auf. Bleiben Sie kurz liegen, beugen Sie die Beine leicht (ohne Gewicht), damit das Blut zurückfließen kann.

Waden

Wadenheben in der Beinpresse ist die beste Wahl. Die Ausgangsposition ist dieselbe wie bei der traditionellen Beinpresse, jedoch ragen die Fersen über den Rand der Plattform hinaus. Drücken Sie das Gewicht nur mit der Kraft der Waden. Halten Sie die Knie leicht gebeugt und fixiert, das ist sicherer für die Kniekehlen. Alle anderen Wadenübungen (besonders im Stehen) sind in Ihrem Fall riskant.

Oberkörpertraining im Überblick

Beim Training der Oberkörpermuskulatur gibt es weniger Einschränkungen, aber das Prinzip bleibt gleich: Sorgen Sie für minimalen Druck auf die Wände der Beingefäße und minimieren Sie den Blutstau in den unteren Extremitäten. Versuchen Sie daher, alle Übungen im Sitzen oder, wenn möglich, im Liegen auszuführen.

Muskelgruppe Sichere Alternativen (Empfohlen) Gefährliche Übungen (Vermeiden)
Rücken Latzug zur Brust, Rudern sitzend am Kabelzug, Latzug liegend auf der Bank Kreuzheben, Langhantelrudern vorgebeugt, einarmiges Kurzhantelrudern stehend
Brust Bankdrücken und Fliegende flach liegend (Beine idealerweise auf die Bank stellen) – (Vorsicht bei Dips und Schrägbankdrücken)
Schultern Schulterdrücken sitzend, Seitheben sitzend, Rudern aufrecht liegend am tiefen Block Alle Schulterübungen im Stehen
Trizeps / Bizeps Enges Bankdrücken, French Press liegend, Bizepscurls sitzend auf der Schrägbank Langhantelcurls stehend, Trizepsdrücken stehend

Bauchmuskeln und Unterer Rücken

Für die Bauchmuskeln sind Crunches auf dem Boden mit hochgelegten Beinen oder auf einer Schrägbank ideal. Für den unteren Rücken eignen sich Hyperextensions an einem Gerät, bei dem die Beine horizontal zum Boden fixiert sind und Sie den Oberkörper auf und ab bewegen.

Aerobic und Ausdauertraining

Zu den für die Venen potenziell gefährlichen Ausdauergeräten gehören das klassische Fahrradergometer (aufrecht), der Stepper und möglicherweise das Laufband (dies ist individuell und muss getestet werden).

Die ideale aerobe Belastung ist das Schwimmen. Auch ein Liegeergometer (Recumbent Bike) und möglicherweise Crosstrainer sind zulässig.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

„`

Ist Krafttraining mit Krampfadern sicher?

Ja, wenn Sie Übungen vermeiden, die den Druck in den Beinen stark erhöhen. Setzen Sie auf Übungen im Sitzen oder Liegen und lagern Sie in den Pausen die Beine hoch.

Welche Beinübungen kann ich bei Krampfadern machen?

Die Beinpresse ist eine hervorragende Alternative zu Kniebeugen, da die Beine dabei nach oben gerichtet sind. Auch Beinbeuger liegend und Beinstrecker sitzend sind in der Regel unbedenklich.

„`

Fazit und medizinischer Hinweis

Beginnen Sie Ihr Training mit leichten Belastungen und den sichersten Übungen. Steigern Sie die Intensität langsam. Achten Sie unabhängig von der Übung stets auf die Reaktion Ihrer Beinvenen. Schwellungen während oder nach dem Training, Brennen, Schmerzen oder Ödeme sind Warnsignale. Finden Sie heraus, welche Übung dafür verantwortlich ist – das kann individuell sehr unterschiedlich sein.

Haben Sie keine Angst zu experimentieren, um die Übungen zu finden, die Ihren Blutgefäßen „gefallen“. Achtung: Bevor Sie mit einem Trainingsprogramm beginnen, stimmen Sie dieses unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt oder Phlebologen ab!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert