Etwa ein Viertel der Weltbevölkerung leidet unter Durchblutungsstörungen in den unteren Extremitäten. Sehr oft äußern sich diese Probleme als Chronische venöse Insuffizienz (CVI). Dies ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von belastenden Symptomen wie Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Schwellungen und Schmerzen. In diesem Artikel erklären wir detailliert, wie sich die Chronische venöse Insuffizienz von klassischen Krampfadern unterscheidet, welche Behandlungsmethoden es gibt und wie Sie die Gesundheit Ihrer Beine langfristig erhalten können.

Wie funktionieren Venen im Normalzustand?

Beispiel für gesunde Venen. Foto: lechimvarikoz.rf

Die Bewegung des Blutes von den Beinen zurück zum Herzen entgegen der Schwerkraft wird durch eine Kombination verschiedener Faktoren ermöglicht: die Arbeit der Muskel-Venen-Pumpe (Wadenmuskulatur), den arteriellen Blutdruck, die Atmung und weitere physiologische Prozesse. Diese Mechanismen beeinflussen auch die Umverteilung des Blutes zwischen den oberflächlichen und den tiefen Venen.

Im Normalzustand erfüllt das Klappensystem der Blutgefäße eine wichtige Sperrfunktion. Dank dieser Venenklappen ist der Blutfluss nur in eine Richtung möglich – nämlich von unten nach oben. Ein Rückfluss (Reflux) findet nicht statt, solange die Klappen „intakt“ sind und wie kleine Tore oder Ventile reibungslos funktionieren.

Warum kommt es zu Durchblutungsstörungen?

Eine Beeinträchtigung der Blutzirkulation kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Angeborene Erkrankungen der Gefäßwände und Klappen (z. B. Klippel-Trénaunay-Syndrom, Parkes-Weber-Rubaschow-Syndrom).
  • Krampfadern (Varikose).
  • Postthrombotisches Syndrom – ein Zustand nach einer überstandenen Thrombose, bei dem die Venenklappen unwiderruflich zerstört wurden.
Während der Schwangerschaft steigt der Druck in den Beinvenen, was wegen des CVI-Risikos korrigiert werden muss. Foto: Leah Kelley

Zusätzlich gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die die Entwicklung einer CVI begünstigen:

  • Genetische Veranlagung (Vererbung).
  • Frühere Erkrankungen der Beinvenen.
  • Übergewicht und Adipositas, da zusätzliches Gewicht den Druck auf die Venen erhöht.
  • Ein vorwiegend sitzender oder stehender Lebensstil (Bewegungsmangel).
  • Schwere körperliche Arbeit.
  • Schwangerschaft.
  • Zunehmendes Alter (das Risiko steigt ab dem 35. Lebensjahr deutlich an).

ℹ Hinweis: Die Wahrscheinlichkeit, an einer CVI zu erkranken, ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern. In seltenen Fällen können auch Traumata oder Verletzungen das Auftreten dieses Syndroms auslösen.

Was ist der Unterschied zwischen Chronischer venöser Insuffizienz und Krampfadern?

Oft werden diese beiden Begriffe synonym verwendet, doch medizinisch gesehen gibt es klare Unterschiede. Die folgende Tabelle veranschaulicht die wichtigsten Differenzierungen:

Merkmal Krampfadern (Varikose) Chronische venöse Insuffizienz (CVI)
Definition Erkrankung, bei der sich die Venenwände dauerhaft dehnen und erweitern. Ein umfassenderer Begriff für eine Reihe von Symptomen aufgrund von Blutstau.
Ursache & Wirkung Führt dazu, dass die Klappen nicht mehr richtig schließen. Krampfadern können die Ursache für CVI sein, aber CVI kann auch ohne sichtbare Krampfadern auftreten.
Ablauf Strukturelle Veränderung des Blutgefäßes. Zuerst kommt es zum Blutstau, der im weiteren Verlauf die Gefäßwände schädigt (z. B. durch rasche Gewichtszunahme).

Stadien und Symptomatik

Die CVI entwickelt sich meist schleichend. Zu Beginn können Beschwerden völlig fehlen. Der pathologische Prozess wird in mehrere Stadien unterteilt:

Im ersten Stadium der CVI werden solche Gefäßzeichnungen auf den Beinen sichtbar. Foto: probolezny.ru
  • 0️⃣ Stadium 0: Bei der Untersuchung sind keine Symptome oder Schmerzen feststellbar.
  • 1️⃣ Stadium 1: Sichtbare Besenreiser und retikuläre Venen. Gegen Ende des Tages tritt ein Schweregefühl in den Beinen auf, das nach dem Ausruhen oder bei einer Änderung der Körperhaltung wieder verschwindet.
  • 2️⃣ Stadium 2: Deutlich ausgeprägte Venenerweiterungen (Krampfadern) sind sichtbar. Nächtliche Wadenkrämpfe und juckende Haut können auftreten.
  • 3️⃣ Stadium 3: Dauerhafte Schwellungen (Ödeme). Diese fühlen sich oft wie ein unangenehmes Spannungsgefühl in den Beinen an und klingen nur schwer wieder ab.

Die darauf folgenden, fortgeschrittenen Stadien äußern sich durch schwerwiegende Hautveränderungen, wie venöse Ekzeme, dunkle Pigmentierungen und im schlimmsten Fall offene Beine (Ulcus cruris). Eine frühzeitige Diagnose ist daher essenziell.

Behandlungsmethoden

Kompressionstherapie

Eine tragende Rolle bei der langfristigen Behandlung und der Vorbeugung von CVI-Komplikationen spielt das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen. Der von außen ausgeübte Druck hilft, das Blut aus den oberflächlichen in die tiefen Venen umzuverteilen und unterstützt die Funktion der Venenklappen maßgeblich.

Verteilung der Kompression in B.Well Strümpfen

Es ist wichtig, zertifizierte Medizinprodukte zu verwenden. Sie garantieren eine graduierte Kompression – also einen gezielt verteilten Druck, der vom Knöchel bis zum Knie und Oberschenkel abnimmt. Bei den Strümpfen von B.Well erfolgt diese Verteilung beispielsweise nach dem Prinzip von 100–70–40 %.

Die Strümpfe JW-212 und JW-222 entsprechen internationalen Anforderungen an medizinische Trikotagen

Für die Strümpfe der Kompressionsklasse 1 (B.Well JW-212) wird im Knöchelbereich ein Druck von 18–22 mmHg erzeugt. Bei Strümpfen der Klasse 2 (JW-222) liegt das Maximum bei 22–32 mmHg. Die therapeutische Wirkung bleibt sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung erhalten. Dafür sorgen elastische Lycra-Fäden der Klasse A. Die Wirksamkeit der Kompression ist durch professionelle HATRA-Tests belegt.

Vorteile der Kompressionsstrümpfe von B.Well

Die Strümpfe von B.Well bieten den ganzen Tag über hohen Tragekomfort. Die spezielle „Waben“-Stricktechnik sorgt für einen hervorragenden Feuchtigkeits- und Wärmeaustausch. Die Modelle JW-212 und JW-222 schmiegen sich eng an das Bein an, ohne unangenehme Falten zu bilden. Ein elegantes Spitzenband mit Silikonbeschichtung fixiert den Strumpf sicher. Dank des dünnen Silikonauftrags eignen sich die Produkte auch hervorragend für empfindliche Haut. Der Fußbereich ist durch eine verstärkte Strickart vor Beschädigungen geschützt, während das besondere Gewebe einen leichten Massageeffekt ausübt, um Ermüdungserscheinungen zu reduzieren.

Pharmakotherapie

Venenbehandlung und Medikamente

Eine medikamentöse Behandlung ist oft notwendig, um unangenehme Symptome zu lindern und die Venen von innen heraus zu stärken. Phlebologen verschreiben in erster Linie orale Präparate (Venentonika), die:

  • den Venentonus erhöhen und den Lymphfluss verbessern;
  • die „Fließfähigkeit“ des Blutes (rheologische Eigenschaften) optimieren;
  • Entzündungen hemmen;
  • die Wände der Blutgefäße abdichten und stärken;
  • den Cholesterinspiegel senken und den Gewebestoffwechsel normalisieren.

Ergänzend können lokale Mittel in Form von Salben oder Gelen eingesetzt werden. Liegen bereits Hautveränderungen vor, werden zusätzlich Antiseptika oder schmerzlindernde Medikamente benötigt.

Operative Eingriffe

Dieser Weg wird gewählt, wenn konservative Behandlungen nicht mehr ausreichen und die Symptome fortschreiten. Zu den gängigen operativen Methoden gehören:

  • Laserkoagulation: Thermische Behandlung durch gepulste Laserstrahlung.
  • Radiofrequenzablation: Verschließen der Venen mittels hochfrequentem Strom.
  • Sklerotherapie (Verödung): Verkleben des Gefäßes mit einer speziellen Lösung.
  • Phlebektomie: Chirurgische Entfernung des erkrankten Venenabschnitts durch minimale Einstiche.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Vorbeugung

Lockere Kleidung und bequeme Schuhe sind nicht nur modisch, sondern auch gut zur Aufrechterhaltung einer normalen Durchblutung. Foto: Sam Lion

Wie kann ich der Entwicklung einer CVI im Alltag vorbeugen?

Sie können das Risiko deutlich senken, indem Sie einen aktiven Lebensstil pflegen. Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht einschnürt. Bei Schuhen mit hohen Absätzen sollten Sie orthopädische Einlagen verwenden. Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht und vermeiden Sie schweres Heben oder intensives Krafttraining, das den Druck im Bauchraum und den Beinen erhöht. Machen Sie bei sitzender Tätigkeit regelmäßig kleine Bewegungspausen.

Spielt die Ernährung eine Rolle bei Venenleiden?

Ja, analysieren Sie Ihre Ernährung. Eine ballaststoffreiche Kost beugt Verstopfung vor (welche den Druck auf die Beinvenen erhöht) und versorgt den Körper mit wichtigen Antioxidantien, die die Gefäßwände schützen. Trinken Sie ausreichend Wasser, um das Blut flüssig zu halten.

Was sollte ich bei CVI unbedingt vermeiden?

Vermeiden Sie extreme Hitze. Versuchen Sie, Besuche in Saunen und heißen Bädern einzuschränken. Auch übermäßiges Sonnenbaden erweitert die Blutgefäße, was den Blutstau in den Beinen verschlimmern kann.

Die Entwicklung einer venösen Insuffizienz kann in den frühen Stadien oft erfolgreich gestoppt oder verlangsamt werden. Lassen Sie sich bei den ersten Symptomen unbedingt von einem Phlebologen untersuchen. Wenn Sie die Empfehlungen Ihres Arztes befolgen und regelmäßig Kompressionsstrümpfe tragen, schenken Sie Ihren Beinen Gesundheit, Freiheit und Leichtigkeit zurück. Informieren Sie sich gerne auf der offiziellen B.Well-Website darüber, welche Arten von Kompressionstrikotagen Ihnen dabei helfen können.

Venen Gesundheit und Prävention

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