Kompressionsstrümpfe (KS) werden weithin zur Behandlung von Krampfadern eingesetzt. Phlebologen betonen jedoch ihren Nutzen auch dann, wenn keine sichtbaren Symptome der Krankheit vorliegen. In diesem Artikel erklären wir, für wen es sinnvoll ist, Kompressionskleidung vorbeugend zu tragen, und welche Einschränkungen es gibt. Außerdem geben wir Tipps, worauf Sie bei der Auswahl in solchen Fällen achten sollten. Funktionsprinzip und Kompressionsklassen Die Wirkung von Kompressionsartikeln – Kniestrümpfen, Strümpfen und Strumpfhosen – zielt auf die äußere Unterstützung der oberflächlichen Venen der unteren Extremitäten ab. Sie üben einen graduierten (in Zonen unterteilten) Druck auf diese aus. Dadurch überwindet das venöse Blut die Schwerkraft leichter und fließt von den Beinen zurück zum Herzen. Die richtige Kompression, die dem physiologischen Druck entspricht, wird durch die elastischen Fäden der Produkte und eine spezielle Stricktechnologie erzeugt: Der maximale Druck liegt im Knöchelbereich, nimmt im Wadenbereich ab und der Oberschenkel erfährt die geringste Kompression. Bei B.Well-Kompressionsartikeln wird der Druck vom Knöchel zur Wade und zum Oberschenkel beispielsweise nach dem Prinzip 100–70–40 % verteilt. ℹ️ Nach der Höhe des maximalen Drucks im Knöchelbereich und im unteren Drittel der Wade werden 4 Kompressionsklassen unterschieden (gemäß der europäischen Norm RAL 387). Wem und warum werden Kompressionsstrümpfe empfohlen, auch ohne Krampfadern? ✅ Wem werden sie empfohlen? Schwangere Frauen, Berufstätige, deren Arbeit mit einer hohen Belastung der Beine verbunden ist (Lehrer, Kuriere, Verkäufer), Sportler, Menschen mit erhöhten Blutgerinnungs- und Blutzuckerwerten, Personen mit Übergewicht, Vielreisende, Menschen mit familiärer Vorbelastung für Venenerkrankungen, Beim Auftreten von Besenreisern. ℹ️ Personen ohne Krampfadern wird in der Regel das Tragen von Kompressionskleidung der Kompressionsklasse 1 (vorbeugend) empfohlen. Diese können selbstständig ausgewählt werden. Wir raten jedoch zu einer vorherigen Untersuchung durch einen Phlebologen. Warum sind sie sinnvoll? Die genannten Personengruppen haben aufgrund von hohen Belastungen der Beine und genetischer Veranlagung ein erhöhtes Risiko, Krampfadern zu entwickeln. Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 verringern das Risiko, eine chronische venöse Insuffizienz zu entwickeln. Das regelmäßige Tragen beugt pathologischen Prozessen vor und verlangsamt diese: Verhindert Blutstau: Die Produkte verbessern die Funktion der Venenklappen, sodass diese sich vollständig schließen können. Dadurch wird der Blutabfluss von den Beinen zum Herzen verbessert. Die Gefäßwände behalten dabei ihren Tonus und dehnen sich nicht aus. Hilft gegen Schwellungen: Durch die äußere Kompression verteilen die Produkte Blut und Lymphe aus den oberflächlichen Gefäßen in die tiefen um. Hilft bei Wadenkrämpfen: Das Blut wird richtig zwischen den oberflächlichen und tiefen Gefäßen verteilt, wodurch die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Muskeln verbessert wird. Beseitigt Schweregefühl: Lindert Schmerzen in den Beinen durch die Kombination der beschriebenen Eigenschaften. Wann sind Kompressionsstrümpfe kontraindiziert? ❎ Absolute Kontraindikationen: Bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit). Der Druck, den die Kompression auf die Blutgefäße ausübt, kann das Herz zusätzlich belasten. Obstruktive Arterienerkrankungen der unteren Extremitäten. Diese Krankheiten (wie Arteriosklerose und Arteriitis) sind mit einer Verstopfung der Blutgefäße und einer Durchblutungsstörung in den Beinen verbunden. Nerven- und Gefäßschäden bei Diabetes. Das Tragen von Kompression birgt hier die Gefahr, dass die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Gewebes gestört wird. Herz-Lungen-Insuffizienz. Trophische Geschwüre, die nicht mit den Venen zusammenhängen. Kindesalter. Relative Kontraindikationen: Akute Weichteilinfektionen. Hautkrankheiten (Dermatitis, Ekzeme, Druckgeschwüre). Knochenbrüche und offene Wunden. Thrombophlebitis. Erhöhte Hautempfindlichkeit, Allergien. In diesen Fällen darf Kompressionskleidung nur bei einer Besserung des Zustands und nach Rücksprache mit einem Arzt getragen werden. Wie wählt man Kompressionsstrümpfe zur Vorbeugung von Krampfadern aus? Die Wahl der Kompressionsklasse und der Tragedauer sollte von einem Arzt festgelegt werden. Wenn Sie keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, können Sie Kompressionskleidung auch selbst auswählen. Orientieren Sie sich dabei an folgenden Parametern: ➡️ Produkttyp: Kniestrümpfe, Strümpfe oder Strumpfhosen Es wird empfohlen, Artikel zu wählen, die lang genug sind, um den Problembereich vollständig abzudecken. Wenn sich beispielsweise unterhalb des Knies „Besenreiser“ befinden, ist es besser, Strümpfe oder Strumpfhosen zu kaufen. Bei Wadenschwellungen können Sie jedes beliebige Produkt wählen. ➡️ Individuelle Eigenschaften Präventive Kompressionswäsche wird mit verschiedenen Technologien aus synthetischen und natürlichen Materialien hergestellt. B.Well rehab Kompressionswäsche besteht beispielsweise aus einem hypoallergenen, seidigen Material, das seine Elastizität lange behält. Frauen wünschen sich oft, dass die Kompression elegant aussieht und sich nicht von normalen Strumpfhosen unterscheidet. Solche Eigenschaften besitzen z.B. die Strümpfe der Kompressionsklasse 1 B.Well JW-212. ➡️ Größe ermitteln Die Größe von Kompressionsstrümpfen wird in der Regel anhand der folgenden Parameter ausgewählt: Messpunkt am Bein Bedeutung für die Passform Die schmalste Stelle der Wade (Knöchel) Entscheidend für den maximalen Kompressionsdruck Die breiteste Stelle der Wade Sorgt für korrekten Druckabfall nach oben Die breiteste Stelle des Oberschenkels Verhindert Einschneiden und Verrutschen ➡️ Qualität und Marke Achten Sie auf das Vorhandensein von Sicherheits- und Qualitätszertifikaten. Die Schweizer Marke B.Well stellt beispielsweise Kompressionskleidung gemäß dem Sicherheits- und Hypoallergenitätsstandard Oeko-Tex Standard 100 her. Die Effizienz der Kompression wird nach dem britischen Standard BS 6612 bewertet. Zu Vorbeugungszwecken wird empfohlen, die Kompression tagsüber zu tragen. Ziehen Sie sie morgens nach dem Aufwachen an und abends wieder aus, sofern Ihr Arzt nichts anderes verordnet hat. Waschen Sie die Produkte täglich mit einem milden Waschmittel und trocknen Sie sie vor Sonne und Heizkörpern geschützt. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Kompressionstherapie Darf man Kompressionsstrümpfe nachts tragen? In der Regel sollten Kompressionsstrümpfe nachts ausgezogen werden, da das venöse System im Liegen nicht gegen die Schwerkraft ankämpfen muss. Ausnahmen gelten nur nach chirurgischen Eingriffen oder wenn es der Arzt ausdrücklich anordnet. Wie pflege ich meine Kompressionsstrümpfe richtig? Es wird empfohlen, die Strümpfe täglich bei maximal 30-40 Grad mit Feinwaschmittel (ohne Weichspüler) von Hand oder im Schonwaschgang zu waschen. Sie sollten an der Luft trocknen und niemals auf die Heizung oder in die direkte Sonne gelegt werden. Wie lange halten medizinische Kompressionsstrümpfe? Bei täglichem Tragen und regelmäßiger Wäsche behalten medizinische Kompressionsstrümpfe ihre optimale Druckwirkung für etwa 6 Monate. Danach lässt die Spannkraft des Gewebes meist nach und sie sollten ersetzt werden. Beitragsnavigation Krampfadern bei Männern: Ursachen, Symptome und moderne Behandlungen Meine Erfahrungen: Wie man Krampfadern kostenlos behandeln lassen kann