Die Mikrophlebektomie ist eine hochmoderne und äußerst schonende Variante der chirurgischen Behandlung von Krampfadern (varikös erweiterte Venen) an den unteren Extremitäten. Wenn Sie unter schweren, müden Beinen oder unästhetischen hervortretenden Adern leiden, bietet dieses minimalinvasive Verfahren eine hervorragende Lösung. Die Methode besteht im Wesentlichen in der vollständigen Entfernung der erweiterten Venen an den Beinen durch winzige Mikroschnitte oder spezielle Hautpunktionen. Im Gegensatz zu traditionellen, großflächigen Operationen zeichnet sich dieser Eingriff durch seine Präzision und den Fokus auf den Erhalt des umliegenden Gewebes aus.

Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können im fortgeschrittenen Stadium zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen wie Thrombosen oder offenen Beinen führen. Daher wird die Mikrophlebektomie in der modernen Medizin zunehmend als Erstlinienbehandlung und als hervorragende Alternative zu anderen, invasiveren chirurgischen Behandlungsmethoden der Varikose (Krampfaderleiden) angesehen. Der Eingriff stellt das natürliche Gleichgewicht der Durchblutung wieder her, da das Blut nach der Entfernung der kranken Vene einfach über die verbleibenden gesunden Venen abfließt.

Die wichtigsten Vorteile der Methode

Die Entscheidung für diesen spezifischen Eingriff bringt zahlreiche medizinische und ästhetische Vorteile für den Patienten mit sich:

  • Ambulante Durchführung: Die Operation kann bequem ambulant durchgeführt werden. Das bedeutet, dass es absolut keine Notwendigkeit gibt, den Patienten stationär in einem Krankenhaus aufzunehmen. Sie können meist schon kurz nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen.
  • Hervorragende kosmetische Ergebnisse: Da keine großen Schnitte erforderlich sind, entstehen auch keine großen Narben. Auf der Haut bleiben lediglich winzige, kaum sichtbare Rubriken (Mikronarben) mit einer maximalen Größe von bis zu 5 Millimetern zurück, die mit der Zeit fast vollständig verblassen.
  • Kurzer Rehabilitationszeitraum: Die Genesungsphase ist extrem kurz. Die meisten Patienten können ihre alltäglichen Aktivitäten bereits nach wenigen Tagen wieder in vollem Umfang aufnehmen.
  • Hohe Sicherheit für Risikopatienten: Aufgrund der geringen Belastung für den Körper besteht die Möglichkeit, diese Operation auch bei älteren Menschen und bei Patienten mit schweren somatischen (körperlichen) Begleiterkrankungen sicher durchzuführen.
  • Keine Vollnarkose nötig: Das Verfahren wird in der Regel unter lokaler Betäubung (Tumeszenzanästhesie) durchgeführt, was die Risiken einer Vollnarkose eliminiert.

Der Ablauf der Operation: Schritt für Schritt

Viele Patienten haben Angst vor chirurgischen Eingriffen. Ein Verständnis des genauen Ablaufs kann diese Sorgen erheblich lindern. Die Mikrophlebektomie wird in folgenden strukturierten Schritten durchgeführt:

  1. Markierung: Der Arzt markiert die betroffenen und zu entfernenden Venen am stehenden Patienten mit einem speziellen Stift auf der Haut, da die Venen im Stehen am deutlichsten hervortreten.
  2. Anästhesie: Das Behandlungsgebiet wird lokal betäubt. Der Patient bleibt während des gesamten Eingriffs bei vollem Bewusstsein, verspürt jedoch keine Schmerzen.
  3. Mikroschnitte: Mit speziellen feinen Instrumenten (Nadeln oder Mikroskalpellen) werden winzige Einstiche von 1 bis 3 Millimetern entlang der markierten Venen gesetzt.
  4. Entfernung: Über diese winzigen Zugänge wird die erkrankte Vene mit einem speziellen Häkchen gefasst, vorsichtig herausgezogen und entfernt.
  5. Wundverschluss: Die kleinen Einstiche müssen in den meisten Fällen nicht einmal genäht werden. Sie werden lediglich mit speziellen Pflastern (Steri-Strips) und sterilen Verbänden verschlossen.

Vergleich: Mikrophlebektomie vs. Traditionelles Stripping

Um die Vorteile dieses Verfahrens besser zu verstehen, hilft ein direkter Vergleich mit der klassischen Krampfader-Operation (dem sogenannten „Stripping“).

Merkmal Mikrophlebektomie Traditionelles Stripping
Narkoseart Lokale Betäubung Oft Vollnarkose oder Spinalanästhesie
Krankenhausaufenthalt Ambulant (kein Aufenthalt) Oft 1-3 Tage stationär
Narbenbildung Minimal (Punkte bis 5mm) Deutlich sichtbare Schnitte in der Leiste/Kniekehle
Schmerzen danach Sehr gering Mäßig bis stark
Rückkehr zum Alltag Nach 1-2 Tagen Nach 2-4 Wochen

Nachsorge und Rehabilitation: Was Sie beachten müssen

Obwohl der Eingriff minimalinvasiv ist, trägt die richtige Nachsorge entscheidend zum optimalen Heilungserfolg bei. Unmittelbar nach der Operation wird das Bein mit einem Kompressionsverband oder einem speziellen medizinischen Kompressionsstrumpf versorgt. Dieser muss in den ersten Tagen und Wochen konsequent getragen werden, um Schwellungen zu reduzieren und den Blutfluss in den gesunden Venen zu unterstützen.

Moderate Bewegung wie Spazierengehen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht, da die Wadenmuskelpumpe den Blutrückfluss zum Herzen fördert. Intensive sportliche Belastungen, schwere körperliche Arbeit, sowie Besuche in der Sauna oder im Solarium sollten jedoch für mindestens zwei bis vier Wochen strikt vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Ist die Mikrophlebektomie ein schmerzhafter Eingriff?

Nein, der Eingriff selbst ist dank der effizienten lokalen Betäubung völlig schmerzfrei. Nach dem Eingriff können leichte muskelkaterartige Beschwerden oder kleine Blutergüsse (Hämatome) auftreten, die jedoch in der Regel mild sind und innerhalb weniger Tage von selbst verschwinden.

Können sich nach der Behandlung neue Krampfadern bilden?

Die entfernten Venen kommen nicht zurück. Da die Neigung zu Krampfadern jedoch oft genetisch bedingt ist (Bindegewebsschwäche), können sich im Laufe der Zeit an anderen Stellen der Beine neue Krampfadern bilden. Eine gesunde Lebensweise und das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei langen Steh- oder Sitzphasen können vorbeugend wirken.

Wann darf ich nach der Operation wieder duschen?

In der Regel dürfen Sie nach etwa 48 Stunden wieder kurz duschen, sobald die ersten Verbände gewechselt oder entfernt wurden. Wannenbäder, Schwimmbadbesuche oder heißes Wasser auf den behandelten Stellen sollten jedoch vermieden werden, bis die Mikrowunden vollständig verheilt sind.

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