Krampfadern sind ein weit verbreitetes Problem. In fast jeder Klinik wird heute eine Krampfadern Behandlung angeboten. Warum aber leiden Millionen von Menschen weiterhin an dieser Pathologie, ohne nach der Therapie echte Linderung zu erfahren? Die Schmerzen in den Beinen und die geschwollenen Venen hindern die Menschen daran, ein normales Leben zu führen – doch das liegt meist nicht an einer schlechten medizinischen Versorgung. Die eigentliche Ursache ist eine andere, wie uns Vitaly Dunaev, Phlebologe der Neva-Klinik, erklärt.

Warum schlägt die Behandlung so oft fehl?

Bei der Diagnose „Krampfadern“ verschreibt der Arzt in der Regel eine komplexe Krampfadern Behandlung. Diese umfasst die Einnahme von Medikamenten, die Anwendung von Salben, Tabletten, Injektionen und physiotherapeutische Maßnahmen. In fortgeschrittenen Fällen können sogar hormonelle Präparate verordnet werden.

Das Problem: Viele Patienten sind aufrichtig von ihrer eigenen medizinischen Kompetenz überzeugt und ignorieren die Empfehlungen des Spezialisten teilweise oder sogar vollständig. Am häufigsten lehnen Patienten Injektionen, Tabletten und Physiotherapie ab und belassen es bei Salben als alleinige Therapie. Auch ärztliche Anordnungen zur Umstellung der Ernährung und des Lebensstils werden allzu oft ignoriert.

Leider haben Salben nur eine oberflächliche Wirkung. Sie sind in erster Linie dazu gedacht, das Schmerzsyndrom zu lindern und den kosmetischen Defekt kurzfristig zu kaschieren. Viele halten dies fälschlicherweise für eine Heilung. In Wirklichkeit verschlimmert dieses Verhalten das Problem jedoch drastisch. Indem sie die äußeren Anzeichen maskieren, sind Salben nicht in der Lage, die eigentliche Ursache der Pathologie zu beseitigen.

Interessant! Aulus Cornelius Celsus schlug bereits im ersten Jahrhundert nach Christus vor, Krampfadern durch das Ausbrennen der Venen zu behandeln. Galen riss im zweiten Jahrhundert die beschädigten Gefäße mit Haken heraus. Die Überlebensrate der Patienten aus dieser Zeit sollte man besser nicht erwähnen.

Die Gefahren der Selbstmedikation

Noch schlimmer wird es, wenn ärztliche Empfehlungen eigenmächtig mit Volksmedizin und Hausmitteln kombiniert werden. Die Kombination aus klassischer Medizin und Volksmedizin führt oft zu völlig unvorhersehbaren Ergebnissen. Darüber hinaus wirken viele der im Volk empfohlenen Mittel genau gegenteilig und verschlimmern die Situation. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie ohne vorherige Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.

Krampfadern Behandlung und Diagnose

Hier ist eine Übersicht der Gefahren beliebter Selbstbehandlungsmethoden bei Krampfadern:

Methode Vermeintliche Wirkung Tatsächliche Gefahr
Blutegel Sollen die Blutzirkulation verbessern. Sie haben keinen positiven Einfluss auf den Zustand der Blutgefäße. Das Ergebnis kann eine noch stärkere Schädigung der ohnehin geschwächten Gefäßwände sein. Zudem sondern Blutegel Substanzen ab, welche die Blutgerinnung drastisch verschlechtern.
Zichorie (Wegwarte) Wird oft als gesundes Hausmittel getrunken. Senkt den Tonus der Blutgefäße weiter ab. Bei Krampfadern ist die Elastizität der Venen aber ohnehin schon stark beeinträchtigt.
Seife und Tonerde Sollen Schwellungen lokal lindern. Trocknen die Haut extrem aus. Dies kann die Bildung von gefährlichen trophischen Geschwüren (offenen Beinen) sogar noch beschleunigen.

Interessant! Operationen zur Behandlung von Krampfadern wurden bereits im Mittelalter durchgeführt. Damals führte ein solcher Eingriff jedoch häufig zum Tod des Patienten. In Ermangelung grundlegender Sterilität unterband der Chirurg die Venen und führte gleichzeitig einen Aderlass durch. Zum Glück werden solche barbarischen Methoden in der modernen Medizin nicht mehr angewendet.

Was genau sind eigentlich Krampfadern (Varikose)?

Im Normalzustand haben die Wände der Venen eine elastische, widerstandsfähige und homogene Struktur. Im Laufe der Zeit oder durch den Einfluss verschiedener äußerer und genetischer Faktoren werden diese Gewebe jedoch dünner und verlieren ihre Spannkraft. Infolgedessen bilden sich Knoten, die wir als geschwollene, bläuliche „Beulen“ unter der Haut wahrnehmen.

Die ästhetische Unvollkommenheit ist dabei nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs. Neben dem kosmetischen Defekt provozieren Krampfadern eine Reihe weiterer, teils schwerwiegender Probleme. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Anhaltende Schmerzen und Krämpfe in den Beinen, besonders nachts.
  • Deutliche Ödeme (Wassereinlagerungen) und Schwellungen an den Knöcheln.
  • Ein ständiges Schweregefühl und schnelle Ermüdung der Beine.
  • Juckreiz und Hautverfärbungen im Bereich der betroffenen Venen.

Im Laufe der Zeit gewinnt die Krankheit an Kraft und bereitet dem Patienten zunehmend mehr Unbehagen. Die chronische Durchblutungsstörung provoziert schließlich das Auftreten von Geschwüren auf der Haut. Im Frühstadium sind diese noch behandelbar. Aber je weiter die Krankheit fortschreitet, desto eher verwandeln sich diese Geschwüre in chronische, nicht heilende Wunden (Ulcus cruris).

Die Hauptgefahr solcher Wundbildungen liegt in der Möglichkeit der Entwicklung eines gangränösen Zustands (Absterben von Gewebe). In einem solchen Extremfall ist die Amputation oft die einzige verbleibende Behandlungsmethode. Das Erschreckende daran ist, dass die Gliedmaße, um das Leben des Patienten zu retten, oft so weit oben wie möglich entfernt werden muss.

Der einzig richtige Weg: Moderne medizinische Hilfe

Der einzig adäquate Ausweg bei diagnostizierten Krampfadern ist der umgehende Besuch bei einem Facharzt (Phlebologen) und die anschließende konsequente Umsetzung der medizinischen Indikationen. Für eine nachhaltige und erfolgreiche Krampfadern Behandlung gibt es in unserer Zeit sehr wirksame Methoden. Dazu gehören vor allem minimalinvasive Operationen (wie Lasertherapie oder Radiowellenablation), die heute schonend, schnell und äußerst effektiv ambulant durchgeführt werden können. Vertrauen Sie der modernen Medizin und riskieren Sie nicht Ihre Gesundheit durch falsche Selbstbehandlung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Salben eine Krampfadern Behandlung ersetzen?

Nein, Salben und Cremes wirken lediglich an der Hautoberfläche. Sie können vorübergehend Schmerzen, Schweregefühl oder Schwellungen lindern, reparieren aber nicht die zerstörten Venenklappen oder die erweiterten Gefäßwände. Für eine echte Heilung ist eine professionelle medizinische Intervention notwendig.

Was passiert, wenn Krampfadern nicht behandelt werden?

Unbehandelt schreitet die Varikose immer weiter fort. Es kann zu chronischen Schmerzen, massiven Wassereinlagerungen, Hautveränderungen und im schlimmsten Fall zu Thrombosen, offenen Beinen (trophische Geschwüre) oder gar Gewebeabsterben (Gangrän) kommen.

Sind Operationen bei Krampfadern heute noch gefährlich?

Die moderne Phlebologie setzt heutzutage fast ausschließlich auf minimalinvasive Methoden wie Endovenöse Lasertherapie, Radiowellen oder Schaumsklerosierung. Diese Eingriffe sind extrem sicher, erfordern meist keine Vollnarkose und erlauben es dem Patienten oft, noch am selben Tag wieder nach Hause zu gehen.

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